Angst vor Gott

Ich habe heute Morgen von einem ehemaligen Soldaten gelesen, den die Polizei 1978 in Belgrad entdeckte. Er schloss sich damals einer Gruppe an, die gegen den Kommunisten Tito kämpfte.

Als dann Tito aber gewann und Präsident wurde, fürchtete sich der Soldat für seien Aktivitäten. Er hatte Angst bestraft zu werden. Infolgedessen versteckte sich der 32-Jährige aus Furcht. Als man ihn entdeckt hatte, war dieser Mann bereits 64 Jahre alt.

Der ehemalige Soldat versteckte sich sein halbes Leben lang. Und dann erfuhr er, dass nichts gegen ihn vorlag und er nie angeklagt worden war. Wie traurig. 32 Jahre seines Lebens verschwendet. Was war der Grund? Angst vor Strafe.

Diese Geschichte erinnert stark an den Worten aus dem Bibelvers 1. Joh 4,18. Angst hat etwas mit Strafe zu tun.

1 Johannes 4,18
Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, weil die Furcht es mit Strafe zu tun hat; wer also Furcht empfindet, der ist in der Liebe noch nicht zur Vollendung gelangt.

Die halbe Wahrheit

Viele Menschen fürchten sich vor Gott. Sie denken an Strafe und Ablehnung, weil sie nicht perfekt sind und nicht alle “Regeln” einhalten können. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Ja, der Mensch ist sündig und schuldig vor Gott. (Röm 3,19-20) Weil Gott heilig und voller Liebe und Gerechtigkeit ist (Eph 4,24; Apg 3,14), kann er bezüglich der Sünde nicht einfach ein Auge zudrücken. Sünde muss bestraft werden (Röm 6,23). Ungerechtigkeit muss verurteilt werden. Gott ist nicht korrupt, sondern er ist ein gerechter Richter (Ps 7,12). Das ist doch eigentlich was Gutes oder? In der Stadt, in der du wohnst, wünschst du dir sicherlich auch, dass der Richter gerecht ist, oder? (Psalm 89,15) Gott ist soooo gut, dass er das Böse und die Sünde hasst! (Ps 45,8) Warum? Weil Gott Liebe ist. (1 Joh 4,8)

Das Problem ist, wir sind schuldig (Röm 3,23). Das ist ganz wichtig, dass wir das erkennen. Deshalb gab Gott ja auch das Gesetz und offenbarte seine gerechten Maßstäbe. Das Gesetz hat den Zweck, dass die Sünde in unserem Leben offenbar wird. Das Gesetz ist nicht dazu da, dass wir alles brav einhalten und dadurch gerechtfertigt werden. Sondern das wir erkennen, dass wir schuldig vor Gott und verloren sind und Gnade und Errettung brauchen. (Gal 2,21)

Und wenn wir das erkannt haben, sind wir empfänglich für das Evangelium von Jesus Christus und es wird die beste und freisetzende Nachricht aller Zeiten. 🙂 Das Gesetz führt uns zu Jesus Christus (Gal 3,24), wo Gnade und Gerechtigkeit aus Glauben finden. Aber viele Menschen kommen gar nicht so weit, weil sie sich vor Gott verstecken bzw. es verdrängen.

Das große Aber

Also fassen wir nochmal zusammen: Der Mensch ist vor Gott schuldig und getrennt und für ewig verloren. ABER Gott überließ uns nicht einfach der Finsternis und der ewigen Verdammnis, sondern ergriff die Initiative. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe (Joh 3,16).

Gott ist immer noch heilig und gerecht und muss die Sünde bestrafen. Aber um uns zu retten, kam er in Jesus Christus auf diese Erde und wurde selbst zur Sünde und trug unsere Strafe am Kreuz von Golgatha. Jesus Christus vergoss sein kostbares Blut (Off 1,5) , damit wir Vergebung der Sünden und Frieden mit Gott haben (Röm 5,1). Denn in Jesus Christus sind wir gerecht und heilig gesprochen (Kor 6,11). Nicht aufgrund unserer Leistung oder durch das Gesetz, nein, aufgrund des vollbrachten Werkes von Jesus (Gal 6,14; Röm 5,11). Aus Gnade (Gal 5,4).

Die Angst vor dem Tod (Heb 2,15) oder das Gefühl (Tit 1,15) das zwischen dem Mensch und Gott nicht alles im Reinen ist, ist berechtigt. Das Gesetz Gottes verstärkt und bestätigt das. Aber all das, soll dazu dienen, empfänglich für Jesus Christus zu sein. Denn in Ihm finden wir Vergebung, Erlösung, Wiederherstellung, Versöhnung (Eph 1,7) und neues ewiges Leben mit Gott. Wie wunderbar.

Verbringe dein Leben nicht damit, dich ein Leben lang vor Gott zu verstecken und die Gnade und das Evangelium von Jesus Christus zu verpassen (Apg 16,0-31). Und somit auch die Ewigkeit. Gott liebt dich sehr. Und er hat dir bereits Vergebung geschenkt in Jesus. Auch Gerechtigkeit schenkt er dir. Nicht aufgrund deiner Leistung, sondern in und durch Jesus. Du kannst ein Kind Gottes werden (Joh 1,12) und muss dich nicht fürchten. Ein himmlischer Papa – Gott selbst – wartet auf dich und hat dafür den Weg bereitet: Jesus Christus. Er ist der Weg und das Leben. (Joh 14,6)

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