Schwere Zeiten – ein Grund zur Freude?

Wie reagierst du auf schwierigen Zeiten? In der Welt lösen solche Phasen ein plagendes Orchester der Sorgen aus, dessen Töne in uns ein Kopfzerbrechen und schlechte Nächte bewirken. Der Stresslevel steigt empor und die innere Stabilität sinkt. Angst und Bedenken haben nun die Zügel der Gedanken in ihrer Hand und schlagen ganz neue Verhaltensrichtungen ein. Nicht nur das, auch der Mund wird zur einer Quelle negativer Worte.


Das Wort Gottes hingegen sagt uns, dass wir uns über Trübsal freuen sollen (Jak 1,2). Aber warum sollten wir uns über Herausforderungen in unserem Leben freuen? Weil dann unser Glaube endlich praktische Anwendung findet und wir Erfahrungen machen, die Ausharren bewirken (Jak 1,3).

Unsere eigene Kraft ist rasch verbraucht. Doch dann ist da noch unser Glaube, der uns einlädt, Gott zu vertrauen und auf Ihn zu harren. Es ist eine persönliche Entscheidung in diese Ruhe Gottes des Wartens und der Abhängigkeit einzutreten. Geduldig erkennen wir an, dass Gott unser Gott ist und ohne Ihn wir nichts tun können aber zugleich mit Ihm alles. Seine Gnade genügt (2. Kor 12,9). Er selbst genügt uns (Philipper 3,8). David kannte diese Haltung. Die Psalmen sind voll davon (Ps 25,3;Ps 27,14;Ps 37,34;Ps 40,2;Ps 130,5;Spr 20,22;), wie er sich immer wieder entschied, auf Gott zu harren und Ihm zu vertrauen.


“Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!”
(Psalm 27:14).

Auch Mose hatte diese Ausrichtung des Wartens und Vertrauens auf Gott. “Ich warte auf deine Hilfe, Jahwe!” (1. Mose 49:18).
Jeder Kummer bietet zugleich die Möglichkeit unseren Glauben und das Warten auf Gott zu praktizieren. Wir geben Gott Raum zu wirken. Wir geben Gott Raum Ihn zu erfahren.


Plötzlich wiederentdecken wir in Zeiten der Not die heilsame Gemeinschaft mit Gott im Gebet. Diese Erfahrung, dass unser schweres Herz befreit wird (Phil 4,7) und unsere Seele mitten im Sturm im Strom des Frieden Gottes sanft treibt (Hebr 6,19), lässt uns erkennen, dass er unser ein und alles ist. Unser Blick richtet sich wieder weg von dieser temporären gefallenen Welt und zurück zur Ewigkeitsperspektive. Unsere Heimat. Unser Papa.


Unsere Beziehung vertieft sich. Im Ausharren erfasse ich die Gegenwart Gottes und sein Handeln. Dankbarkeit steigt in meinem Herzen auf. In allen Richtungen. Dankbarkeit für die alltäglichen Versorgungen in dieser Welt. Dankbarkeit für die ewige Sohnschaft. Dankbarkeit für den Himmel und die Liebe der Gott zu mir hat, die er in seinem Sohn Jesus Christus bewiesen hat.


Ja, auf einmal erinnere ich mich wieder. Christus ist mein Leben und das Sterben ein Gewinn (Phil 1,21).
Könnte es vielleicht sogar sein, dass ich dankbar für schwere Umstände bin, die mir das wieder aufgezeigt haben???

Ich beende diese Notiz mit Römer 5:1‭-‬11. Gott segne dich.

Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes .
Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.
Denn Christus ist, als wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand für einen Gerechten; für einen Wohltäter entschließt sich vielleicht jemand zu sterben. Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Wie viel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden! Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben! Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.
Römer 5:1‭-‬11

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