Identität in Christus: Ich bin bedeutsam und wichtig

Wir Menschen suchen grundsätzlich nach Bedeutung und möchten einen Wert und eine Wichtigkeit in unserem Umfeld haben. Sei es nun auf der Arbeit, in Freundeskreisen, beim Sport oder sogar in der eigenen Familie.

Die Frage ist jedoch: Was ist denn wirklich von Bedeutung und wovon machen wir das abhängig? Für mich spielt der zeitliche Aspekt dabei eine große Rolle. Die Welt ist schnell dabei, jemanden als Helden zu feiern und Aussagen über diesen Moment oder über diese Person mit dem Suffix “aller Zeiten” untermauern. Aber ist das wirklich wahr?

Der gefallene WM-Held

Wir alle erinnern uns an das WM-Finale 2014, wo Mario Götze das entschiedene Tor erzielt hat. Sein Gesicht war anschließend weltweit in den Medien zu sehen. Doch nur wenige Monate später verblasste all das. Ja, sogar das Gegenteil trat ein. Die Fußballszene bezeichnete ihn einige Monate später als eine Enttäuschung in der Bundesliga. Mario Götze sagte Folgendes.

“Einige der größten Momente, die ich im Fußball erlebt habe, sind direkt nach den dunkelsten gekommen”, sagte Götze, “umgekehrt ist es genauso. Ich war ein Judas, dann ein Held, dann eine Enttäuschung, dann war ich fast raus aus dem Fußball. Das alles in vier Jahren.” (Mario Götze)

Quelle: https://www.sport1.de/fussball/dfb-team/2019/07/mario-goetze-ruhm-und-buerde-des-wm-helden-von-2014

Superbowl 2021

Vor 2 Tagen war der Superbowl und Tom Brady schrieb wirklich Football Geschichte. Aber wie bedeutsam ist all das, wenn morgen ein Weltkrieg ausbricht und nächste Woche hier alles in Schutt und Asche liegt? Ich möchte solche Momente nicht kaputt oder schlecht reden. Ich selbst genieße auch solche Ereignisse. Aber dennoch bleibt die Frage: Was ist wirklich von Bedeutung? Was ist wirklich wichtig? Was hat langfristige Geltung, was nicht paar Jahre später oder paar Turniere und Ereignisse weiter wieder an Bedeutung verliert? Oder weißt du noch wer der Spieler des Turniers 1938 war? 😉 Oder wer denkt noch an jene Weltrekorde, die bereits 3x mal von jemand anderen gebrochen wurden?

Was wirklich zählt

Was wirklich zählt, ist die Ewigkeit. Denn die Welt vergeht. (Joh 2,17; 1. Kor 7,31). Paulus geht in seinem Brief in 1.Korinther 3 und 4 auf ein paar gute Aspekte ein.

Bedeutung in der Zugehörigkeit anderer Leute?

Paulus bezeichnet die Korinther als unmündige Christen, die noch keine feste Speise vertragen, sondern von ihm erstmal nur Milch (damit meint er die Lehre) bekommen. Warum waren sie unmündig? Weil Eifersucht und Streit unter ihnen war (1. Kor 3,3). Was war der Inhalt ihres Neids und ihrer Auseinandersetzungen? Es war die Zugehörigkeit einer Person. Die einen rühmten sich zu Paulus gehören und die anderen prahlten damit zu Apolos zu gehören. Dieses Verhalten lässt sich auch im heutigen christlichen Umfeld beobachten.

In den sozialen Medien lese ich immer wieder, wie sich einzelne Gruppen über ein Dienst, einen Pastor, einer bestimmten Gemeinde oder Bewegung streiten. Die einen kritisieren und verurteilen und die anderen verteidigen mühsam ihre Zugehörigkeit. Und der Feind freut sich, wie sich die Christen gegenseitig sich die Köpfe einschlagen. Und dabei wird der eigentliche Anker und das Zentrum unseres Glaubens aus dem Blick verloren: Jesus Christus. Er ist unsere große Gemeinsamkeit. Das Brot des Lebens. Die Quelle des ewigen Lebens. Der Retter dieser Welt. Der Sohn Gottes, der sein Leben für uns hingegeben hat. Der Messias, der sein kostbares Blut vergossen hat, damit wir Vergebung der Sünden haben.

Viele Christen suchen ihre Identität in der Zugehörigkeit eines Dienstes, Organisation, Autor oder einer bestimmten Bewegung. Aber unsere Identität ist allein in Christus selbst zu finden. Es geht nicht darum, welchen Prediger oder welche Gemeinde wir “toll” finden bzw. wo wir involviert sind, sondern Christus allein ist unsere Identität. Wir sind in Jesus Christus. Durch sein vollbrachtes Werk, welches wir im Glauben empfangen haben, sind wir Kinder Gottes geworden. Das ist die Zugehörigkeit. Wir gehören zu Jesus. All die Dienste, Prediger, Evangelisten, etc. haben ein Zweck, nämlich auf Jesus Christus und sein herrliches rettendes Evangelium zu zeigen.

1. Kor 3,6-7
Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben. Also ist weder der pflanzt etwas, noch der begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt.

Bedeutung in der eigenen Anstrengung?

Wir können in ein falsches Mindset geraten, wenn wir anfangen unsere Identität aus unseren gut gemeinten christlichen Aktivität zu ziehen. Jesus hat gesagt, ohne Ihn – also aus eigener Anstrengung – können wir nichts tun (Joh 15,5). Seine Gnade genügt und seine Kraft entfaltet sich in unserer Schwachheit (2. Kor 12,9). Das Geheimnis ist Christus in uns. Jesus lebt in uns und möchte sich durch unser ganz persönliches individuelles Leben zum Ausdruck kommen.

Ja, Gott wirkt und arbeitet durch die Gemeinde und jeden einzelnen Gläubigen. Aber in seiner Kraft. Was für ein Privileg, dass Gott in uns lebt und uns gebrauchen möchte, sein Werk zu tun. Der eine pflanzt, der andere bewässert aber Gott schenkt das Wachstum. (1. Kor 3,7-10) Denn er ist der Ausgangspunkt des Lebens.

Nicht was wir tun, gibt unserem Leben die Bedeutsamkeit, sondern wer uns geliebt hat, in uns lebt und durch uns fruchtet. Jesus Christus – der Sohn Gottes.

Du hast den Sohn und somit das ewige Leben (1 Joh 5,12). Du kennst die beste Nachricht der Welt: Das Evangelium von Jesus Christus. Du bist wichtig und kannst etwas weitergeben. Gott möchte dich gebrauchen also Botschafter Christi statt.

[2. Kor 5,20]
So sind wir nun Gesandte für Christus, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.